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Versicherte profitieren von der guten Performance der Pensionskassen

15. Sept.
3 Min. Lesezeit

Pensionskassen erwirtschafteten im letzten Jahr eine Rendite von 6.3%. Das positive Ergebnis ermöglichte eine Verzinsung von 4.3% und den Ausbau des Deckungsgrades auf 114.4%. Der Obligationenanteil erreichte einen neuen Tiefststand, während Aktien das zweite Jahr in Folge den grössten Anteil des Anlageportfolios ausmachten. Trotz anhaltender Unsicherheiten verzeichnen Schweizer Vorsorgeeinrichtungen auch in den ersten acht Monaten 2026 überdurchschnittliche Erträge.


Eine Brücke im Nebel auf dem Wasser, zeigt die gute Perfomance von Pensionskassen

Die vollständige Studie finden Sie hier:



Positive Rendite und Rekordverzinsung

Dank der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten konnten Schweizer Pensionskassen im Jahr 2025 eine erfreuliche durchschnittliche Rendite von 6.3% erzielen. Die erzielte Durchschnittsrendite über die letzten zwei Jahrzehnte von 3.6 % pro Jahr wird deutlich übertroffen. Umgemünzt auf das gesamte verwaltete Vermögen der zweiten Säule entspricht dies einem Anlageertrag von 77 Milliarden Franken (2. Säule-Vermögen von CHF 1’220 Mia., BFS-Pensionskassenstatistik 2024). Die gute Rendite spürten auch die Versicherten: Ihre Guthaben wurden durchschnittlich mit 4.3% verzinst, was dem höchsten Wert der letzten 25 Jahre entspricht.


Erzielte Renditen schweizerischer Pensionskassen (2006 – August 2026)

Diese Grafik zeigt die erzielten Renditen schweizer Pensionskassen als Balkendiagramm in den letzten 20 Jahren

Aktienanteil steigt

Festverzinsliche Anlagen waren über viele Jahre die bedeutendste Anlageklasse schweizerischer Vorsorgeeinrichtungen. In den Anfängen der Risiko Check-up Studie vor mehr als 30 Jahren war fast jeder zweite Franken in Obligationen angelegt. Ihr Anteil ging seither stetig zurück und erreichte 2025 mit 29.3% einen historischen Tiefststand. Pensionskassen reduzierten ihre Investitionen in globale Staatsanleihen aufgrund der steigenden Staatsverschuldung und teureren Absicherungskosten. Die freigewordenen Anteile wurden teilweise in Franken-Obligationen und globale Unternehmensanleihen angelegt. Bereits das zweite Jahr in Folge waren Aktien, mit derzeit 34.1% des Portfolios, die grösste Anlageklasse. Die Anteile der Immobilien (22.6%; +0.1%) und der Alternativen Anlagen (9.8%; -0.3%) haben sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert.


Veränderung der Vermögensallokation schweizerischer Pensionskassen (2006 – 2025)

Diese Grafik zeigt die Veränderung der Vermögensallokationen schweizer Pensionskassen in den letzten 20 Jahren


Infrastruktur dominiert Alternative Anlagen

84% der Pensionskassen investieren in Alternative Anlagen. Der Anteil Alternativer Anlagen an der Gesamtallokation bewegt sich seit rund 10 Jahren um die 10%-Marke. Der Mix innerhalb der Alternativen Anlagen hat sich in diesem Zeitfenster hingegen verändert. Während früher u.a. Hedgefonds dominierten, stellen Infrastrukturanlagen mit 2.8% des Gesamtvermögens oder 28% der Alternativen Anlagen mittlerweile den grössten Anteil dar, gefolgt von Private Equity mit 2.4%, respektive 24%.


Anstieg der Quote der illiquiden Anlagen

Der Anteil illiquider Anlagen (bspw. Immobilien, Hypotheken und Alternative Anlagen) stieg innerhalb von 15 Jahren von 28.2% auf aktuell 35.7%. Ursächlich für diesen Anstieg waren das Tiefzinsumfeld in den 2010er Jahren sowie die Suche nach neuen Renditetreibern und Diversifikationsmöglichkeiten. Der weitere Ausbau illiquider Anlagen konzentriert sich aktuell vor allem auf Schweizer Immobilien und Infrastrukturanlagen. 31% der Befragten gaben an, die Anlageklasse ‘Immobilien Schweiz’ aufstocken zu wollen. Bei den Infrastrukturanlagen planen 28% einen weiteren Ausbau. Ob daraus ein Anstieg der Illiquiditätsquote resultiert, bleibt abzuwarten: Die Erhebung zeigt auch, dass beispielsweise 21% der Befragten ihr Engagement im Bereich Immobilien Ausland reduzieren wollen.


Strategische Investitionsabsichten für illiquide Anlageklassen schweizerischer Pensionskassen

Diese Grafik zeigt die Strategischen Investitionsabsichten für illiquide Anlageklassen schweizerischer Pensionskassen

Aktuelle Lage

Die Pensionskassen sind mit einem Deckungsgrad von 114.4% ins 2026 gestartet. Trotz des wechselhaften Marktumfelds verzeichneten sie bis Ende August eine Rendite von 5.0% und einen Deckungsgrad-Anstieg auf 118.5%. Dank bestehender Reserven und einer breiten Diversifikation im Anlageportfolio befindet sich die 2. Säule derzeit in einer soliden finanziellen Verfassung. Sofern die Finanzmärkte in den verbleibenden Monaten dieses Jahres keinen deutlichen Einbruch erleiden, dürfen die Versicherten auch im Jahr 2026 mit einer guten Verzinsung ihrer Pensionskassenguthaben rechnen. Vielleicht darf sich ein Teil der Rentenbeziehenden dann neben der 13. AHV-Rente auch über einen «Zustupf» aus der Pensionskasse freuen.



Über die Studie

Die Pensionskassen-Studie «Risiko Check-up» wurde 2026 zum 32. Mal durchgeführt. Die älteste und grösste unabhängige Pensionskassen-Studie der Schweiz bildet die zweite Säule wiederkehrend repräsentativ ab und liefert Vorsorgeeinrichtungen und ihren Anspruchsgruppen wertvolle Erkenntnisse, Trends und Langzeitvergleiche. Die Studienleitung informiert jeweils im Mai über wesentliche Erkenntnisse und im September über die Gesamtauswertung sowie ein Sonderthema. Die Studie basiert auf einem Datenkorpus von 469 Pensionskassen mit Kapitalien von 1’009 Milliarden Franken (neuer Teilnahmerekord), und deckt rund 80% der Pensionskassen-Vermögen ab. Zusätzlich erhielten wir Antworten von 212 Pensionskassen auf Fragen zum Sonderthema illiquide Anlagen und Illiquiditätsrisiken.


Über Complementa

Complementa begleitet Pensionskassen seit über 40 Jahren in Fragen der finanziellen und organisatorischen Führung und unterstützt sie in allen Phasen des Anlageprozesses. Als unabhängige Partnerin schafft Complementa Transparenz und Grundlagen für fundierte Entscheidungen und trägt damit zu einer starken Governance bei. Dabei setzt das Unternehmen auf ausgewiesene Fachkompetenz, langjährige Erfahrung sowie leistungsfähige Analyse- und Reportinglösungen. www.complementa.ch



Weitere Auskünfte erteilen Oliver Gmünder, Ueli Sutter, Andreas Rothacher, Complementa AG, Eisengasse 16, 8008 Zürich, +41 (0) 44 368 30 90, riskcheckup@complementa.ch.

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